Warum einige Marken begehrenswerter sind als andere

Was hat die eine, was der anderen fehlt? Warum bleibt bei zwei ähnlichen Marken eine auf der Strecke, während die andere – ähnlich wie in einer Liebesgeschichte – die Herzen der Kunden im Sturm erobert?
Der Clooney Faktor

George Clooney schlürft seinen Kaffee, blickt dem Zuschauer tief in die Augen und raunt den legendären Satz "What else?" Nicht nur Frauenherzen schlagen da höher. Liebhaber von exzellentem Kaffee fühlen sich ebenso angesprochen - von der Marke Nespresso, die das ultimative Kaffeeerlebnis verspricht. Oder nehmen wir BMW Mini als weiteres Paradebeispiel für den Aufbau einer starken, begehrenswerten Marke: Autos sind im Hinblick auf technische Ausstattung und Komfort durchaus vergleichbar. Daher wählt BMW Mini den Weg, seine Autos zu Objekten der Begierde zu stilisieren, für die die Kunden auch gern einen höheren Preis zu zahlen bereit sind.

Sie fragen sich: Was macht die Anziehungskraft dieser beiden Marken aus, die - teils jenseits rationaler Überlegungen - zur Kaufentscheidung und zu einer ausgesprochen starken Markenbindung führt? Wie kann es sein, dass den Kunden die Marke eines Unternehmens stark anspricht, während eine ähnliche Marke völlig uninteressant ist?

Kunden zahlen mehr für Marken mit einer höheren Anziehungskraft!

In der freien Wirtschaft werden viele Mee-too-Produkte und Dienstleistungen angeboten, die einander bzw. ihrem Vorbild sehr ähnlich sind. Bei derartigen Angeboten besteht immer eine hohe Preissensibilität. Anders ist dies dagegen bei Marken, die von den Kunden regelrecht geliebt werden: Marken, die eine hohe Anziehungskraft auf die Zielgruppe haben, können jenseits der üblichen Preisschwellen angeboten werden. Hier sind die Kunden bereit, das Mehrfache zu zahlen!

Nehmen Sie die Automobilbranche als Beispiel. Christian von Königsegg, Kfz-Hersteller in Schweden, hat seinen Anspruch wie folgt formuliert: "We manufacture exclusive super sports car for a select elite of enthusiasts!" Und Porsche definiert auf seiner Webseite: "Porsche baut nicht einfach nur Sportwagen. Porsche ist mehr. Viel mehr. Und Porsche ist anders." Dass Porsche anders ist, zeigen die jüngsten Entwicklungen im Schwabenland.

Mit dem neuen 918 Spyder stösst Porsche in ein ganz neues Segment vor, das bisher noch nicht bedient wurde. Es handelt sich um eine neue Dimension eines Hybrid-Fahrzeugs: einen zweisitzigen Supersportwagen mit einer Roadster-Karosserie. Der Listenpreis ab 750'000 Schweizerfranken schien keinen der anwesenden Gäste zu schockieren. Männer jeden Alters - Manager, Unternehmer und Privatiers - hatten allesamt leuchtende Augen. Sowohl bei der Präsentation des Fahrzeugs als auch bei dem anschliessenden "Anfassen" und Probesitzen war die Begeisterung unter den Anwesenden spürbar.

Nach auffälligen Fahrzeugen drehen sich Menschen genauso um wie nach attraktiven Menschen. Sicher ist Ihnen das auch schon einmal aufgefallen. Faszinierend, nicht wahr?

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